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 Neuerscheinung in 2018: OSTSEEKILLER 

 

 

Leseauszüge

 

Ostseekiller

»Weg, Diana!« Markus Jännecke war endlich bei seiner aufgeregten Hündin angekommen und griff ihr in das Halsband. Er zog sie beiseite. Jetzt hatten alle den Blick frei auf das, was Olaf aus der Hand geworfen hatte. Einen Dreizack, an dessen Ende lange dunkelblonde Haare wehten.
Lena sah auf ihre Uhr, es war genau 11.17 Uhr. An einem Mittwochvormittag also, dachte sie noch. Gut, dass ich eine Uhr trage, Handy geht ja schlecht, wenn man nackt ist, dachte sie weiter. Und wer ruft jetzt die Polizei? »Ich mach das!«, schrie sie. »Ich hole Hilfe!« Die Schritte bis zu ihrem Rucksack zählte sie. Die Zahl wiederholte sie, bis endlich ein Sanitäter neben ihr stand und ihr eine Spritze gab.

»87«, sagte sie, »es sind 87 Schritte bis zum Tod.«

 

Mariannes Himmelpforte

Was verbinden? Den Kopf verbinden, das Herz verbinden? Oder besser abbinden, bis es nicht mehr weh tut?

Doch steige ich aus, ohne Verbandszeug. Ich bin Marianne, war es schon immer und muss sehen, wo ich hingekommen wäre. Wo ich hingehörte, eigentlich. Wie es üblich war. Muss sehen, wie ich meine letzten Tage verbracht hätte, wenn es nicht beendet wäre. Zwei Hunde laufen mir vor die Füße, zwei große langhaarige Schäferhunde. Ich mag Tiere, wie nichts sonst auf dieser Welt. „Heinrich“ höre ich einen Ruf, „Heinrich“, wieder, lauter, ein Befehl nun. „Himmler, kommt her, zu mir. Kommt zum Herrchen!“. Die Stimme bekommt ein Gesicht, einer der Hunde bellt, der andere wedelt mit dem Schwanz. Die Stimme schreit: „Ihr blöden Hunde!“ Beide Hunde laufen zu dem Gesicht, werfen sich hin, freuen sich.

Andere Gesichter stehen dabei, hören, wie das eine Gesicht Heinrich und Himmler belehrt, wie die Stimme ihnen sagt, sie sollten nicht zu Fremden, könnte doch sein, dass diese dreckiges Blut haben, könnte doch sein, Heinrich und Himmler würden sich ins dreckige Blut verbeißen und sich den Magen verderben. Die anderen Gesichter gehen leise weg, wollen nicht die sein, an denen sich der Magen verdorben wird...

 

Abschied einer Illusion

„Ich heiße Mischa, keine Angst, ich bin kein Russe, obwohl. Wäre nicht das Schlechteste ein Russe zu sein. Meine Frau nannte mich Mischa, wie den Bären. Sie ist tot und der Bär folgt, bald hoffentlich. Noch einmal so tanzen wie du heute und dann auf den Friedhof. Das wärs Mädchen. Ein guter Zeitpunkt, um Tschüß, um - ihr könnt mich mal - zu sagen. Meine Frau meinte immer, ich spinne. Trotzdem liebte sie mich, sie machte alles mit. Alles, auch als ich im Knast war, im Zuchthaus, hat sie sich keinen anderen genommen. Sie sollte sich scheiden lassen, man wollte ihr die Kinder sonst wegnehmen.“